Gespannte Teamsituation in einem Besprechungsraum mit abweisender Körpersprache

Führung · 06. Juli 2026

Ein toxisches Teammitglied kann mehr Schaden anrichten als eine unbesetzte Stelle

Von Marcel Magalhaes Mendes, LL.M.

Ein toxisches Teammitglied kann mehr Schaden anrichten als eine unbesetzte Stelle.

Das klingt hart. Aber viele Führungskräfte im Gesundheitswesen kennen genau diese Realität.

Eine Person, die ständig Stimmung macht. Eine Person, die neue Mitarbeitende klein hält. Eine Person, die Verantwortung meidet, aber Einfluss sucht. Eine Person, die Konflikte nicht löst, sondern nährt. Eine Person, die jedes Gespräch vergiftet, aber fachlich 'unverzichtbar' scheint.

Und dann passiert oft das Falsche: Man schützt diese Person, weil sie Erfahrung hat. Weil sie lange da ist. Weil sie Dienstlücken füllt. Weil man Angst vor der nächsten Eskalation hat. Weil man ohnehin schon Personalmangel hat.

Aber der Preis ist hoch. Gute Mitarbeitende ziehen sich zurück. Neue Kolleginnen und Kollegen gehen wieder. Leistungsträger werden müde. Vertrauen verschwindet. Und irgendwann prägt nicht mehr die offizielle Führung die Kultur, sondern die lauteste destruktive Person im Raum.

Toxisches Verhalten im Gesundheitswesen ist kein Nebenthema. Es entscheidet darüber, ob Teams stabil bleiben. Ob neue Menschen ankommen. Ob Führung wirken kann. Ob Patientinnen, Bewohner und Angehörige die Folgen interner Konflikte spüren.

Natürlich braucht es Fairness. Natürlich braucht es Gespräche. Natürlich braucht es Entwicklungsmöglichkeiten. Aber es braucht auch Klarheit.

Denn wer toxisches Verhalten dauerhaft duldet, schützt nicht den Betrieb. Er gefährdet die Menschen, die ihn jeden Tag tragen.

Marcel Magalhaes Mendes, LL.M.

Zurück zu Insights