Stellenbeschreibung auf einem Schreibtisch neben einem Spiegel, der einen leeren Besprechungsraum reflektiert

Personalstrategie · 04. Juli 2026

Nicht jede schwer besetzbare Stelle ist ein Problem des Arbeitsmarktes

Von Marcel Magalhaes Mendes, LL.M.

Nicht jede schwer besetzbare Stelle ist ein Problem des Arbeitsmarktes.

Manchmal ist sie ein Spiegel der Organisation.

Gerade im Gesundheitswesen wird bei offenen Führungs- und Schlüsselpositionen schnell gesagt: Der Markt ist leer. Es gibt keine passenden Kandidaten. Niemand will mehr Verantwortung übernehmen. Die Region ist schwierig. Die Anforderungen sind zu hoch. Das kann stimmen.

Aber manchmal liegt das Problem nicht nur draußen. Manchmal ist die Rolle unklar. Die Verantwortung groß, aber der Handlungsspielraum klein. Die Erwartungen hoch, aber die Unterstützung gering. Die Vergütung nicht passend zur Belastung. Die Kultur schwieriger, als die Ausschreibung erkennen lässt. Die Vorgeschichte der Position unausgesprochen.

Und dann wundert man sich, warum gute Menschen zögern.

Starke Kandidatinnen und Kandidaten prüfen heute sehr genau, worauf sie sich einlassen. Sie fragen nicht nur: Was ist die Aufgabe? Sie fragen: Kann ich dort wirklich gestalten? Habe ich Rückhalt? Ist die Rolle ehrlich beschrieben? Werde ich Verantwortung tragen dürfen – oder nur Probleme übernehmen?

Eine gute Besetzung beginnt deshalb nicht mit der Veröffentlichung einer Stelle. Sie beginnt mit der ehrlichen Frage: Ist diese Position unter den aktuellen Bedingungen überhaupt attraktiv, tragfähig und besetzbar?

Wer im Gesundheitswesen gute Menschen gewinnen will, muss nicht nur suchen. Er muss verstehen, was diese Menschen wirklich übernehmen sollen.

Marcel Magalhaes Mendes, LL.M.

Zurück zu Insights