Ein Schlüssel liegt auf einem dunklen Schreibtisch neben Dokumenten und Stift

Führung · 07. Juli 2026

Die falsch besetzte Schlüsselposition

Von Marcel Magalhaes Mendes, LL.M.

Die teuerste Stelle im Gesundheitswesen ist nicht die unbesetzte. Es ist die falsch besetzte.

Eine offene Stelle sieht man sofort. Sie steht im Dienstplan, belastet das Team, erzeugt Überstunden und kostet Nerven. Aber eine falsche Besetzung wirkt oft viel tiefer.

Eine Führungskraft, die Konflikte nicht löst. Eine Leitung, die gute Mitarbeitende verliert. Eine Schlüsselperson, die fachlich passt, aber kulturell Schaden anrichtet. Ein Mensch in Verantwortung, der Strukturen nicht stabilisiert, sondern weiter verunsichert.

Das Problem: Viele Organisationen merken die Fehlbesetzung erst, wenn die Guten bereits gegangen sind. Dann wird nicht nur eine Stelle neu ausgeschrieben. Dann verliert man Vertrauen, Teamstabilität, Zeit, Geld, Reputation. Und manchmal auch die Menschen, die man eigentlich hätte halten müssen.

Gerade im Gesundheitswesen ist Personalentscheidung keine reine Lebenslaufentscheidung. Ein guter CV beantwortet nicht automatisch: Kann diese Person führen? Kann sie Druck aushalten? Passt sie in diese Kultur? Stabilisiert sie ein Team? Bleibt sie, wenn es schwierig wird? Oder wird sie selbst Teil des Problems?

Darum reicht es bei Schlüsselpositionen nicht, irgendeinen passenden Lebenslauf zu finden. Es geht darum, die richtige Person für die tatsächliche Realität der Organisation zu gewinnen. Nicht für die Stellenanzeige. Nicht für das Wunschprofil. Sondern für den Alltag, der auf diese Person wartet.

Denn eine unbesetzte Stelle ist teuer. Aber eine falsch besetzte Schlüsselposition kann eine ganze Organisation destabilisieren.

Marcel Magalhaes Mendes, LL.M.

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